Wasserreserven der tunesischen Staumdämme stark rückläufig

Zum 16. September 2021 lagen die Wasserreserven der tunesischen Staudämme nur noch bei 722,8 Millionen Kubikmeter, ein Füllungsgrad von nur noch 30,9%, so die auf der Website Agri Data veröffentlichten Daten.

Die Wasserreserven der tunesischen Staudämme sind vom 1. bis 12. September 2021 auf 730 Millionen Kubikmeter gesunken, gegenüber mehr als 1 Milliarde Kubikmeter im gleichen Zeitraum des Jahres 2020, wie aus dem monatlichen Bulletin des Nationalen Observatoriums für Landwirtschaft (ONAGRI) hervorgeht.

Letzteres zeigt, dass die Gesamtressourcen der Talsperren vom 1. bis 12. September 2021 stark zurückgegangen sind, und zwar auf 7,1 Millionen Kubikmeter gegenüber 33,6 Millionen Kubikmeter im Vorjahr. Der Norden hat mit einem Anteil von etwa 89,8 % den größten Anteil an den gesamten Wasserreserven Tunesiens, gefolgt vom Zentrum (6,8 %) und Cap Bon (1,6 %).

Die tunesischen Staudämme mit einer Speicherkapazität von etwa 2,322 Mrd. Kubikmeter verzeichnen aufgrund der Dürre einen Rückgang der Wasserreserven.

Tunesien steht vor der Herausforderung, dass das Wasser der Talsperren, das sowohl für den Verbrauch als auch für die Landwirtschaft genutzt wird, zurückgeht. Die Talsperren von Mallègue und R’mili werden im Jahr 2035 vollständig verschlammt sein, während der Siliana-Damm im Jahr 2047 von diesem Phänomen betroffen sein wird.

Die Verschlammung der Dämme ist eines der Hauptprobleme der Wasserversorgung in Tunesien. Sie erreichte am 12. August 2021 rund 23 Prozent für die 36 großen Dämme des Landes mit einer Verlandung von 675 Mio. Kubikmeter bei einer ursprünglichen Kapazität von 2.988 Mio. Kubikmeter, so die Nationale Beobachtungsstelle für Landwirtschaft ONAGRI.

Um dem Rückgang der Oberflächenwasserressourcen abzuhelfen, erinnert ONAGRI an den Bau des Staudamms Mellègue 2, der bis 2022 fertiggestellt werden soll. Dieser neue obere Damm von Mellègue soll die Stadt Jendouba vor Überschwemmungen schützen und die Schaffung neuer Bewässerungsgebiete fördern. Sein Bau ist Teil der Pläne des Landwirtschaftsministeriums, in den kommenden Jahren vier Staudämme mit einem Budget von 935,8 Millionen Dinar zu bauen. Es handelt sich um die Dämme von Douimis in Bizerte, Saïda in La Manouba, El Kalâa in Sousse und Mellègue supérieur in Kef.

Tunesien leidet unter einem endemischen Wassermangel, der Anteil der Bevölkerung, der mit Wasser versorgt wird, beträgt weniger als 500 Kubikmeter pro Jahr und Einwohner.

Bild: Staumauer Mallegue, Kef von Citizen59Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Quelle: RTCI