Germanwatch Globaler Klima-Risiko-Index: Tunesien auf Platz 35 der Klimaverwundbarkeit

Laut des am Mittwoch in Madrid am Rande der 25. Weltklimakonferenz 2020 (COP25) veröffentlichten Globalen Klima-Risiko-Index belegte Tunesien 2018 den 35. Platz unter den 183 am stärksten von extremen Witterungsbedingungen betroffenen Ländern und ist damit das am stärksten von Klimaextremen betroffene Land in der Region Nordafrika. Der Global Climate Risk Index der deutschen Organisation Germanwatch misst die Exposition und Anfälligkeit gegenüber extremen Wetterereignissen (Überschwemmungen, Dürren, Wirbelstürme …).

Es folgen der Sudan auf dem 42. Platz, Algerien (109. Platz), Mauretanien (116. Platz), Ägypten (131. Platz) sowie Libyen und Marokko (135. Platz). In Bezug auf die klimabedingte Anzahl der Todesfälle im Jahr 2018 ist Tunesien auf dem 56. Platz und am stärksten von Klimaextremen betroffen.

Deutschland liegt nach Hitzewellen und Rekorddürre im Jahr 2018 dabei erstmals auf Rang 3 hinter Japan und den Philippinen. Im Langfrist-Index sind Puerto Rico, Myanmar und Haiti am stärksten betroffen. Mehr als 495.000 Menschen kamen durch mehr als 12 extreme Wetterereignisse ums Leben, die materiellen Verluste zwischen 1999 und 2018 summierten sich auf 3,54 Milliarden US-Dollar.

Dieser Index zeigt, dass Wetterstörungen eine Realität sind, die sowohl Industrieländer als auch Entwicklungsländer betrifft „, sagte Vera Künzel, Beraterin für Anpassungs- und Klimapolitik bei Germanwatch.

Nach Ansicht der deutschen Organisation ist es daher unabdingbar, den Mangel an Mitteln während dieser COP 25 zu beseitigen, um der Bevölkerung der am meisten betroffenen Länder zu helfen, um die Schäden und Verluste im Zusammenhang mit diesen extremen meteorologischen Ereignissen zu bewältigen. Für Germanwatch sind diese Länder nach wie vor am anfälligsten für die Auswirkungen des Klimawandels und verfügen häufig nicht über die finanziellen und technischen Ressourcen, um sie zu bewältigen.

Zum Klima-Risiko-Index von Germanwatch: Germanwatch erstellt den Globalen Klima-Risiko-Index jährlich auf der Grundlage der NatCatSERVICE-Datenbank des Rückversicherers Munich Re sowie von sozioökonomischen Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF). Der Index betrachtet die durch Extremwetter verursachten Todeszahlen und Sachschäden (um Vergleichbarkeit zu ermöglichen in Kaufkraftparitäten) – sowohl die absoluten Zahlen als auch in Relation zur Einwohnerzahl bzw. dem Bruttoinlandsprodukt. Wenngleich die Auswertungen über die steigenden Schäden und Todesopfer keine einfache Aussage darüber erlauben, welcher Anteil davon auf den Klimawandel zurückzuführen ist, so lässt sich doch ein Bild der Betroffenheit der Staaten zeichnen. Der Index wird seit 2006 jährlich bei den Weltklimakonferenzen vorgestellt.

Quelle & Titelbild: Germanwatch | Klima-Risiko-Index