Die Jahreszeit Sommer

Der Sommer ist die wärmste der vier Jahreszeiten in den subtropischen, gemäßigten, kalten und arktischen Klimazonen. Je nachdem, ob er gerade auf der Nord- oder Südhalbkugel herrscht, spricht man vom Nord- oder Südsommer. Der Nordsommer findet gleichzeitig mit dem Südwinter statt. Der astronomische Sommer beginnt im Jahr 2019 am 21. Juni um 16:55 Uhr tunesischer Zeit.

Die Jahreszeiten entstehen, weil die Erdrotation nicht in der Ebene der Umlaufbahn um die Sonne erfolgt, sondern um 23,4° geneigt (siehe Ekliptikschiefe). Dadurch liegen Nord- und Südpol abwechselnd ein halbes Jahr im streifenden Sonnenlicht, und der Zenitstand der Sonne wechselt im Jahreszyklus zwischen nördlichem und südlichem Wendekreis.

Jahreszeitenschema, Übersicht über die Referenzlinien der Erdbahn - Grafik: Von Horst Frank, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=363424
Jahreszeitenschema, Übersicht über die Referenzlinien der Erdbahn – Grafik: Von Horst Frank, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=363424

Astronomischer Sommer
Astronomisch beginnt der Sommer mit der Sommersonnenwende – dem Zeitpunkt, zu dem die Sonne senkrecht über dem Wendekreis der eigenen Erdhälfte steht und die Tage am längsten sind.

Der Sommerbeginn ist

  • auf der Nordhalbkugel am 20., 21. oder 22. Juni, bzw.
  • auf der Südhalbkugel am 21. oder 22. Dezember.

Danach werden die Tage wieder kürzer und die Nächte länger. Der Nordsommer endet mit der herbstlichen Tagundnachtgleiche am 22. oder 23. September und der Südsommer am 20. oder 21. März.

Phänologischer Sommer
Der phänologische Sommerbeginn kann vom astronomischen erheblich abweichen und wird neben der Land-Meer-Verteilung (maritimes vs. kontinentales Klima) auch durch anfängliche Großwetterlagen und vielerlei regionale Faktoren beeinflusst. Man unterscheidet zudem zwischen Frühsommer, Hochsommer und Spätsommer.

Um den im Jahresablauf zu beobachtenden saisonalen Entwicklungsstand der Natur durch Jahreszeiten zu beschreiben, ist die Unterteilung in vier Jahreszeiten im Allgemeinen zu grob. Daher werden in der Phänologie für Mitteleuropa zehn phänologische Jahreszeiten unterschieden, die jeweils durch das erste Auftreten von Naturereignissen beschrieben werden. Sie nehmen Bezug auf die Entwicklungsstadien von Zeigerpflanzen, beispielsweise die Blüte von Haselsträuchern oder von Apfelbäumen, und das Verhalten verschiedener Tiere, so etwa den Flug von Bienen oder den Ruf eines Kuckucks. Der Beginn solcher phänologisch bestimmten Jahreszeiten ist regional unterschiedlich und auch am gleichen Ort nicht von Jahr zu Jahr gleich

Meteorologischer Sommer
Die sogenannten meteorologischen Jahreszeiten sind schlicht nach den Kalendermonaten eingeteilt und umfassen jeweils immer drei komplette Monate. Damit werden sie insgesamt etwa drei Wochen früher angesetzt als die astronomischen Jahreszeiten. Mit der meteorologischen Definition fallen die auf der Nordhalbkugel wie in Deutschland im Durchschnitt wärmsten Monate Juni, Juli und August in den (meteorologischen) Sommer, und die durchschnittlich kältesten Monate Dezember, Januar und Februar fallen in den (meteorologischen) Winter. Diese nach Beginn und Ende von Kalendermonaten bestimmten vierteljährlichen Zeitspannen erlauben oft eine einfachere statistische Erfassung meteorologischer Daten; sie sind nicht nach aktuellen Wetterveränderungen ausgerichtet.

In Mitteleuropa liegt der potenzielle Höhepunkt des Sommers mit den höchsten Temperaturen ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Sommersonnenwende, also etwa zwischen Mitte und Ende Juli, bei eher kontinentalem Klima etwas früher, bei eher maritimem Klima etwas später.

An den geografischen Polen herrscht ein halbes Jahr lang der so genannte Polartag, in den arktischen Regionen wochenlange Mitternachtssonne und Weiße Nächte.