Lyriden-Meteorschauer erreicht am 23. April 2019 den Höhepunkt

Der erste Meteorregen des Frühlings steht bevor: Die Lyriden. Diese Meteorschauer bringen eine Abwechslung in den Frühlingsnachthimmel. Die Sternschnuppen des Lyridenschauers sind im Zeitraum zwischen dem 16. und dem 25. April mit einem Maximum am Dienstag, den 23. April 2019 im nordöstlichen und östlichen Sternenhimmel zu sehen. Wie bei allen anderen Sternschnuppenschwärmen ist die beste Beobachtungszeit der Lyriden am Morgenhimmel, doch sind einzelne Sternschnuppen wegen des schon hoch über dem Horizont stehenden Radianten auch schon ab Mitternacht zu sehen.

Die Lyriden (auch April-Lyriden) sind ein in jedem Frühling auftretender Meteorstrom, der schon seit einigen Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung bekannt ist. Der Name leitet sich vom Sternbild Leier ab, dem antiken Zupfinstrument Lyra.

Erwartungen für das Jahr 2019

In diesem Jahr wird eine normale Rückkehr der Lyriden erwartet. In etwa werden 10-15 Lyridenmeteore pro Stunde zu sehen sein. Leider ist der abnehmende Mond aktuell noch sehr hell und kann die Sichtbarkeit schwächerer Meteoriten beeinträchtigen, sodass nur hellere gesehen werden können. Dies reduziert die Gesamtzahl sichtbarer Meteore.

Entstehung

Bei den Meteoriten des Lyridenstroms handelt es sich um Teile des Kometen C/1861 G1 (Thatcher), der 415 Jahre für einen Sonnenumlauf benötigt. Wenn er die Sonne umrundet, verflüchtigt sich Eis innerhalb des Kometen und setzt eingeschlossene Klumpen von Mineralien frei. Während sich diese Teilchen, jetzt Meteoroiden genannt, entlang der Umlaufbahn des Kometen ausbreiten, bildet sich ein Meteoritenstrom. Wenn die Erde diesen Meteoritenstrom durchquert, beeinflussen zahlreiche Meteoroiden unsere Atmosphäre und erzeugen Lichtblitze, wenn die Meteoriten in der Atmosphäre der Erde vergehen.

Die Lyriden in der Vergangenheit

Bereits 687 v. Chr. berichteten chinesische Astronomen über eine starke Rückkehr der Lyriden. Chinesische Beobachter berichteten, dass Sterne wie Regen vom Himmel fielen. Weitere starke Schauer wurden 15 v. Chr. und 1136 n. Chr. beobachtet, als in koreanischen Chroniken festgestellt wurde, dass „viele Sterne aus dem Nordosten flogen“. Der erste gut beobachtete Ausbruch der Lyriden war 1803: Es gab so viele Lyriden, dass die Menschen in Richmond, Virginia, über das Schauspiel am Himmel alarmiert waren. Bis zu 500-1000 Meteore pro Stunde waren zu sehen! Das war etwa zehnmal so stark wie der Perseiden-Meteorschauer! Weitere starke Meteoritenschauer mit über 100 Meteoren pro Stunde wurden in den Jahren 1922, 1945 und 1982 beobachtet.

Titelbild: NASA

Quelle: Mit Material von Severe Weather und Wikipedia