Klimawandel bedroht in Tunesien 36.000 Arbeitsplätze in Tourismus und Landwirtschaft

Infolge des Klimawandels können in Tunesien bis zum Jahr 2050 36.000 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und im Tourismus verloren gehen, sofern keine geeigneten Maßnahmen getroffen werden, um der Zerstörung gefährdeter Küstenökosysteme entgegenzuwirken.

„Diese Verluste sind das Ergebnis der Anfälligkeit der tunesischen Küste. Der Anstieg des Meeresspiegels um 30 bis 50 cm wird sicherlich zu verschiedenen direkten und indirekten sozioökonomischen Auswirkungen führen“, sagte der Minister für Umwelt und Umwelt, Riadh Mouakher, bei einem Treffen am Dienstag, organisiert vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) zur Planung der Verstärkung der Küsten.  „Einer unserer dringendsten Bedürfnisse besteht heute darin, die wirksamsten Wege zu finden, um die Zerstörung gefährdeter Küstenökosysteme aufgrund des Klimawandels zu bekämpfen“, betonte der Minister.

Im Agrarbereich sieht das Umweltministerium einen Verlust durch den Anstieg des Meeresspiegels von rund 16.000 Hektar Ackerland und etwa 700.000 Hektar bebauter Fläche in tief liegenden Küstengebieten voraus. Für den Tourismus wird der Klimawandel zu einer Verringerung der Strandhotels mit einem Verlust von rund 30.000 Betten führen, die auf den Rückzug der Strände sowie der Hafen- und Küsteninfrastruktur zurückzuführen sind.

Die durch diesen Schaden verursachten produktiven Kapitalverluste belaufen sich auf etwa 2 Milliarden Dollar (etwa 5,6 Milliarden Dinar). Die jährlichen Produktionsausfälle werden auf etwa 0,5% des derzeitigen BIP geschätzt, hauptsächlich im Tourismus (55%) und in der Landwirtschaft (45%).

Tunesien unterstützt derzeit Maßnahmen zur Anpassung der Küsten an den Klimawandel sowie die Rehabilitation und die Bekämpfung der Küstenerosion. Nach einer Diagnose der Coastal Protection and Planning Agency (APAL) sind rund 100 Kilometer an der tunesischen Küste erosionsbedürftigen Eingriffen ausgesetzt. Projekte laufen bereits.

Küstenrisiken in arabischen und afrikanischen Ländern stehen im Mittelpunkt der Arbeiten der Afrika-Arabischen Plattform zur Katastrophenvorsorge, die vom 9. bis 13. Oktober in Tunis mit Unterstützung der Vereinten Nationen durchgeführt wurden.

Bild: Ehemeliger Marabout Sidi Hacheni, Djerba (Bildquelle: APAL)

Quelle: TAP