10.-15.12.2005: Starkregen, Sturm und Orkanboen

Das Tiefdruckgebiet „Zeo“ sorgte im großen Teilen des Mittelmeerraums vom 9. bis zum 15.12.2005 für Unruhe; es brachte Sturm, ja Orkanböen, heftige Niederschläge und Gewitter und in höheren Lagen auch Schnee.

Wie fast allen kräftigen Tiefdruckgebieten im Mittelmeerraum ging auch „Zeo“ ein Kaltluftvorstoß voraus, der sich am 8 und 9.12.2005 über Mitteleuropa hinweg vollzog. Über dem Kontinent rückte rasch vom Atlantik das Hochdruckgebiet „Anke“ nach, das die Kaltluftzufuhr unterband. Übrig blieb ein Höhenwirbel über dem zentralen Mittelmeer, am Boden das Tief „Zeo“. Es führte zu kräftigem Mistral, die Windgeschwindigkeiten erreichten in Böen Orkanstärke (130 km/h am Cap Corse, 9.12.2005, 15 UTC). „Zeo“ zeigte insgesamt nur geringe Verlagerungstendenzen, es lag meist im Bereich Süditalien – Sardinien – Tunesien – Große Syrte. Das Bodentief schwächte sich vorübergehend etwas ab, bevor am 14. und 15. schließlich der Entwicklungshöhepunkt erreicht war, der Kerndruck betrug unter 990 hPa.
Stürmischer Wind oder Sturm trat in weiten Bereichen auf. Am 11. wehte an der nördlichen Adria die Bora (Triest 115 km/h in Böen), auch in Süditalien, Tunesien und in der Ägäis wurden schwere Sturmböen registriert (Djerba 104km/h). Heftige, häufig von Gewittern begleitete Niederschläge suchten Ostalgerien, Tunesien und besonders Sizilien heim. In Tunesien kamen Tagesmengen bis über 80 mm (Tabarka 81 mm) zusammen, auf Malta fast 100 mm (Luqa 97 mm), deutlich über 100 mm fiel mancherorts auf Sizilien, zB in Catania 127 mm; hier bedeuten die binnen 5 Tage gefallenen 172 mm bereits das Doppelte der im langjährigen Mittel im gesamten Monat Dezember zu erwartenden Niederschlagsmenge von 86 mm!

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